About Ger Ger
Kurzbio
Ger Ger, Medienkünstler, geboren 1981 in Wien/A, lebt und arbeitet derzeit in Berlin und Los Angeles. Kunst und digitale Medien nehmen früh einen hohen Stellenwert ein, er erhält die ersten Auszeichnungen im Alter von 14 Jahren. Mag. art. im Bereich Digitale Kunst und Visuelle Mediengestaltung. Studium bei Karel Dudesek, Peter Weibel and Tom Fürstner an der Universität für Angewandte Kunst, Wien. Stipendium für Visuelle Kommunikation bei Joachim Sauter an der Universität der Künste in Berlin. Seine Arbeiten wurden in internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Zu den Ausstellungsorten zählen unter anderem Ars Electronica (Linz), Electrohype (Malmö), Open (London), FILE (Sao Paulo/Curitiba City), Kunsthalle (Wien), LA Freewaves (Los Angeles), Media Arts Festival (Tokyo), Rencontres Internationales (Paris). Zu seinen Preisen/Auszeichnungen zählen der Prix Ars Electronica, CYNETart, Rheingold Award und Prix MultimediaArt.
Artist's Statement
Ich arbeite bewusst in einem sehr breiten Spektrum an Medien und Techniken, abwechselnd reflektierend, poetisch, kritisch oder visionär. Immer wieder betrete ich mit Projekten Neuland.
Meine Arbeit ist ortsspezifisch, aber auch überregional/international/vernetzt zur gleichen Zeit. Orte/Menschen/Religionen/Kulturen/Reisen dien als wichtigste Inspirationsquellen.
Passanten oder Besucher werden eingebunden, Verfremdungen entstehen, der Alltag wird zu neuen Mustern verknüpft. Immer wieder halten meine Arbeiten der Realität einen verzerrten Spiegel vor. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen.
Mir ist wichtig den Ausdruck von Impressionen, Emotionen und Statements mittels Interdisziplinarität und Verschränkung von Medien schlüssig zu transportieren. Die Wahl eines bestimmten Mediums wird jeweils durch das Bestreben bestimmt, eine auf allen Ebenen starke und ästhetische Ausdrucksform zu schaffen. Dafür ist die Stimmigkeit der jeweils eingesetzten Medien und Techniken zum Inhalt von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus sollen alle Arbeiten auch genügend Freiraum für individuelle Interpretationen bieten.
Ich denke, die ständige Bestrebung mit einem breitest möglichen Spektrum an Techniken und Technologien zu arbeiten hat viel mit meinem inneren Drang zu tun an Dinge unterschiedlich heranzugehen. Ich vermeide es stets den gleichen Weg wieder und wieder zu gehen und suche die Herausforderung.
Es ist der laufende Versuch neue Blickwinkel zu finden, quer zu denken, in Abstraktionsebenen einzutauchen, wo die Offensichtlichkeit und Bedeutung von Dingen ihren eigenen Regeln folgt und Neues entdecken lässt. Der Drang all diese Emotionen auszudrücken und meine Erfahrungen zu teilen, was mich vorantreibt.
Auch wenn ich mit so vielen neuen Technologien arbeite, glaube ich zugleich an Ausdruck und Persönlichkeit in digitaler Kunst, indem Projekte komplett aus eigener Kraft entwickelt werden. Meine Gedanken und Emotionen können so direkter und stilvoller transportiert werden, als es bei der Ideenumsetzung durch Dritte je möglich wäre.
In Folge entstanden eigene Online-Arbeitsplattformen, Workflows und Techniken für effizienteres und selbstdokumentierendes Kunstschaffen, um selbst große, transmediale Projekte mit eigener Kraft realisieren zu können. Eine Zusammenarbeit findet selbstverständlich dann statt, wenn sie für Inhalt und Ausdruck notwendig oder erfrischend ist. Somit ermöglichen diese Plattformen auch Projekte mit vielen Beteiligten auf der ganzen Welt.
Der Kreislauf von Selbststudium, vernetztem Arbeiten und dem offenen Umgang mit eigenen Ideen, Konzepten und Erfahrungen nimmt für mich einen hohen Stellenwert ein. Da ein Künstler oder Kreativer nicht nur als z.B. Erfinder, Visionär oder Ingenieur fungiert, sondern vielmehr seine gesamte Person und sein Talent in die Realisierung einfließen lässt, hebt sich die Arbeit von anderen ohnehin ab - samt ihren Stärken und Schwächen.
Meiner Meinung nach ist der wichtigste Faktor in kreativer Arbeit, welcher nicht selten über deren Erfolg entscheidet, man selbst - die eigene persönliche Note, die einzigartige Arbeitsmethode, unverwechselbare Ästhetiken. Manchmal dreht sich alles um einen selbst, manchmal sind Idee und Zeitpunkt vorrangig, dann wiederum stehen Ausführung, Ausdrucksform sowie die Wahl des richtigen Mediums im Mittelpunkt. In den meisten Fällen ist aber der Umsetzungsprozess substanziell und deutlich sichtbar.
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